Ich weiß, ich bin spät, aber zum Glück noch nicht zu spät. MSDN Deutschland hat zur Blog-Parade aufgerufen und fragt nach den drei Lieblings-Entwickler-Tools.
Nachdem Mario, Alex, Jan und viele andere auch schon mit gemacht haben, möchte ich meinen Senf selbstverständlich auch zum Besten geben.
Das Visual Studio zur Grundausstattung eines Entwicklers gehört setze ich mal voraus und lasse es daher außen vor. Nun aber zu meinen Top 3.
Wenn es so weit ist, hilft nur noch ein ganz tiefer Griff in die Werkzeugkiste, nämlich der zu WinDbg. Für diejenigen, die ihn nicht kennen: WinDbg ist ein unmanaged (native) Debugger mit grafischer Benutzeroberfläche. Dank der SOS Erweiterung kann man ihn jedoch wunderbar dazu verwenden, auch managed Code zu debuggen. Zugegeben, der Komfort liegt etwas hinter dem des in Visual Studio integrierten Debuggers, aber in der Not nimmt man schließlich, was man bekommen kann. Das tolle an diesem Debugger ist nämlich, dass er nicht installiert werden muss, sondern direkt vom Stick gestartet werden kann. Außerdem "sieht" er etwas mehr als der in VS integrierte Debugger, denn schließlich ist er ja eigentlich ein unmanaged Debugger. Bei Interesse könnte ich mich übrigens dazu verleiten lassen, mal ein WinDbg Einsteiger Tutorial zu schreiben, oder zumindest mein "Cheat-Sheet" hier aufs Blog zu packen. Also einfach die Kommentarfunktion dieses Eintrags nutzen!
Ähnlich wie das menschliche Äußere bei einem Vorstellungsgespräch, kann auch das Äußere einer Softwareapplikation – also die Benutzeroberfläche – im Zweifelsfall über Sieg oder Niederlage (kaufen oder nicht kaufen!) entscheiden. Der Grund dafür ist, dass viele Benutzer, vor allem solche, die technisch nicht sonderlich versiert sind, vom Eindruck der Benutzeroberfläche auf die Gesamtqualität der Software schließen. Komplexe, überladene Bildschirmmasken, deren Design an ein typisches Look and Feel von vor zehn Jahren erinnern, mindern potentiell also den kommerziellen Erfolg einer Anwendung. Dies gilt besonders dann, wenn die Konkurrenz ihre Hausaufgaben gemacht hat!
Reichte es vor 15 Jahren noch vollkommen aus, einfach nur die Bedienung der Applikation mit der Maus zu unterstützen, erwarten Anwender heute doch einiges mehr. Angeregt von innovativen Oberflächenelementen in Applikationen großer Hersteller, wie zum Beispiel Apples Coverflow, das Ribbon in Microsoft Office 2007 oder interaktiv gruppierbarer Tabellen wie in Microsoft Outlook, erwarten Endanwender solche Features auch in anderen, also unseren Applikationen.
Leider kommt man mit den Bordmitteln, die Microsoft Visual Studio bis zur Version 2008 an dieser Stelle liefert nicht immer ans Ziel. So sind zum Beispiel weder Ribbons, noch interaktiv gruppierbare Tabellen oder Excel ähnliche Diagramme „out-of-the-box“ möglich.
Möchte man die Anforderungen an eine konkurrenzfähige Oberfläche also erfüllen, kommt man (wirtschaftlich gesehen) kaum um den Einsatz einer 3rd Party UI Komponentensuite herum.
Die Suite meiner Wahl ist Infragistics NetAdvantage. Die Komponenten sehen nicht nur top aus, sondern bieten auch alle Features, die das Entwicklerherz begehrt.